Warum Praktikanten unsere wichtigsten Mitarbeiter sind

Ich fand im Studium Praktika super. Erfahrungen sammeln, in unterschiedliche Unternehmen reinschnuppern, einen guten Grund haben mal wieder im Ausland zu leben. Alles toll. Und ich fand mich selber eine hervorragende Praktikantin.

Meine damaligen Chefs sahen das nicht immer so.

Mein letztes Praktikum sorgte dafür, dass mein damaliger Chef mich erst fest einstellte, um mich dann mit großem Drama wieder aus dem Unternehmen zu schmeißen. Denn ich sah meine Aufgabe unter anderem darin, neue Ideen zu bringen, darauf hinzuweisen, wenn Abläufe oder Ideen meiner Meinung nach falsch, altmodisch oder nicht effizient waren. Dafür hatte man mich doch geholt? Jung, mit frischem Blick oder?

Aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich mich damals sicher auch am liebsten auf den Mond geschossen hätte. Kein Gespür für gewachsene Kulturen, dafür dass Menschen gerne an bekannten Dingen festhalten, auch wenn Sie manchmal überholt sind. Dass nicht immer die beste Idee siegt, sondern oft Politik entscheidet. Dass nicht Effizienz der Treiber ist, sondern oft Eitelkeit, Macht und Status.

Doch genau diesen Blick will ich in meinem eigenen Unternehmen nie verlieren. Ich will, dass mir unsere Praktikanten auf den Nerv gehen mit Änderungsvorschlägen, ich will, dass Sie mir sagen, was noch besser und auch anders geht.

Und ich brauche, dass sie mich selber daran erinnern, für unsere Kunden sich nie zu schnell zufrieden zu geben. Den bestmöglichen Kompromiss zu finden zwischen „alt“ und „neu“. Zwischen „bekannt“ und „unbekannt“. Denn Innovationsarbeit ist immer automatisch auch ein Veränderungsprozess im Unternehmen. Wenn wir neue Ideen haben, neue Produkte oder Marken in den Markt einführen wollen, dann stellen das gleichzeitig im Unternehmen viele „alte“ Arbeitsweisen in Frage. Die Geschwindigkeit, mit der bisher Ideen entwickelt wurden, Prozesse mit denen Ideen vom Papier ins Regal gebracht werden. Die Architektur der bisherigen Marken und des Sortiments. Denn „NEU“ stellt immer erst mal „ALT“ in Frage.

Daher ist mein erster Blick auf ein neues Problem immer der eines Praktikanten.
Und der zweite von jemand mit zwanzig Jahren Berufserfahrung.

Danke an Oliver, Melina, Sophia, Janina, Victoria, Diana und alle zukünftigen Praktikanten für Eure Ideen, die uns jeden Tag besser werden lassen.

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