65. Jahresversammlung des Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU)

Gestern feierte der VdU sein 65. Jubiläum in Berlin. Zu diesem Anlass kamen über 300 Unternehmerinnen aus ganz Deutschland für zwei Tage zusammen, mit dabei auch Lisa Dust. Das Motto der diesjährigen Jahresversammlung lautete „Innovation und Kreativität“, womit sich die Unternehmerinnen zukunftsorientierter denn je zeigten. Höhepunkt der Veranstaltung war die Festansprache der Bundeskanzlerin.

Im Rahmen der Feierlichkeiten diskutierten die Unternehmerinnen über Zukunftschancen von Frauen im MINT-Sektor, Digitalisierung und Kreativwirtschaft und berieten über ein Female Investor’s Network für frauengeführte Startups.

Doch es wurde nicht nur gefeiert, sondern auch ernste Themen wurden besprochen. Ein solches ist der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen deutscher Unternehmen. „Heute gibt es immerhin 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der 100 größten börsennotierten Unternehmen. Aber in den Vorständen dieser Unternehmen sieht es für Frauen immer noch deprimierend schlecht aus; denn da sind Frauen nur mit 8,5 Prozent vertreten – und das, obwohl sich die Unternehmen eine Zielgröße für den Vorstand setzen müssen“, beklagt die Kanzlerin. Besonders empört ist sie über die Zielgröße: „Null Steigerung“ und mahnt: „Das grenzt an Verweigerungshaltung. Wenn sich Unternehmen die Zielgröße Null geben, werden wir das in irgendeiner Weise sanktionieren müssen.“

Auch in der Gründerszene muss noch einiges getan werden: Nur 15 Prozent der Unternehmensgründungen in Deutschland erfolgen durch Frauen, wie zuletzt der Female Founders Monitor ergeben hat. „Wir brauchen also mehr Chancengerechtigkeit“ appellierte die Kanzlerin. Die Teilnehmerinnen schrieben hier vor allem den Schulen eine entscheidende Rolle zu. Diese müssten junge Mädchen von Anfang an ermutigen und fördern. Doch über eine positive Entwicklung freut sich die Kanzlerin: „Für Frauen in Startups war 2018 ein gutes Jahr, in dem sich vier Prozent mehr Frauen selbständig machten als im Jahr davor“.

Einigkeit unter den Teilnehmerinnen herrscht darüber, dass Frauen ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor der Wirtschaft werden. Ohne Frauen ist keine Wirtschaft zu machen, „jedenfalls keine erfolgreiche“, unterstreicht die Kanzlerin. Die deutschen Unternehmerinnen zeigen sich überzeigt, dass sie etwas bewegen können. VdU-Präsidentin Jasmin Arbabian-Vogel betont: „Statt in die Vergangenheit schauen wir nach vorn: Wir wollen konkrete Fortschritte für Frauen in der Wirtschaft erreichen und mehr Frauen in Zukunftsbranchen sehen. Dafür appellieren wir an die Politik, die Weichen heute zu stellen. Wir fordern mehr Investitionen in die Bildung. Sie ist der zentrale Faktor zur Sicherung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“

Für Lisa Dust ist der VdU bereits von enormem Wert: „für mich ist VdU ein extrem wertvolles Netzwerk. Das Unternehmer(innen)tum lernt man ja nicht unbedingt an der Uni, da ist der Austausch mit erfahrenen Unternehmerinnen Gold wert“.

 

Über den VdU:
Der VdU vertritt seit 1954 als Wirtschaftsverband branchenübergreifend die Interessen von Unternehmerinnen. Seit 65 Jahren setzt sich der VdU für mehr weibliches Unternehmertum, mehr Frauen in Führungspositionen und bessere Bedingungen für Frauen in der Wirtschaft ein. 

Derzeit repräsentiert der VdU über 1.800 frauengeführte, insbesondere mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung. Die Mitglieder des VdU erwirtschaften zusammen einen Jahresumsatz von 85 Milliarden Euro und beschäftigen 500.000 Menschen.

https://www.vdu.de/home.html

 

Foto: Bundesregierung/Münch

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